Die ersten Stürme
peitschen die See.
Wellen schlagen
brechend die Muscheln
zu Sand.
Meine Elfenbeintürme
neigen sich nach Lee,
Gedanken wagen
zögernd zum Tuscheln
den Wortverband.
Die alten Synonyme
starten das Defilee,
erzeugen Mißbehagen
in meinem Land.
Das alte Ungestüme
wirft mich nach Lee,
im Unbehagen
fehlt deine Hand.
Gedichte, Gedanken, Betrachtungen und Meinungen über das Leben und die Liebe, für Menschen, die ihre Wünsche vom Geburtstagskuchenkerzenausblasen noch im Herzen tragen.
Dienstag, 31. August 2010
Montag, 30. August 2010
Erwiderung
Der prasselnde Regen
verhindert Regung,
das Sofa, eine Decke,
ein Buch sind Lösung.
Die quälende Sehnsucht
bewirkt Deckung,
nichts neues wecke,
keine Erlösung.
Neue Liebe zu leben,
verhindert die Erinnerung,
die Liebe zu Dir
wartet auf Erwiderung.
verhindert Regung,
das Sofa, eine Decke,
ein Buch sind Lösung.
Die quälende Sehnsucht
bewirkt Deckung,
nichts neues wecke,
keine Erlösung.
Neue Liebe zu leben,
verhindert die Erinnerung,
die Liebe zu Dir
wartet auf Erwiderung.
Freitag, 27. August 2010
Freitag im Regen
Der Regen prasselt an meine Fensterscheibe, und ich denke an das vor mir liegende Wochenende. Ich habe mir so sehr Sonne gewünscht, um meinen alten Zigeunerwagen neu zu streichen, dieses hölzerne Gefährt voller Geschichten, das immer mehr von einem Gefährt zu einem Gefährten wird. Der Blick aus den Fenstern geht dort aufs Wasser, von zwei Seiten umgeben steht das alte Roulotte am Ufer. Gestern habe ich am Ufer Brombeeren gesammelt, und am Abend Marmelade gekocht. Die Süße der Brombeeren schmeckt nach Sonne, und vielleicht schmecke ich diese Sonne auch in den kalten Tagen des Winters. Falls es am Wochenende so weiter regnet, werde ich meine Gitarre nehmen und endlich wieder spielen und singen, vielleicht etwas neues komponieren. Ich würde gern mein Klavier in den Zigeunerwagen stellen, aber dafür muss ich den Boden abstützen...ich sollte es einfach tun. Ich treibe viel zu sehr durch die Zeit, ich nehme einfach zu wenig wahr. Mein Leben ist von außen betrachtet, bunt und vielfältig, doch von Innen erscheint es blass und diesig. Ich spiele Theater, sehr gern, und ich spiele in einem Stück, dass völlig absurd ist, in bester Monty Python Manier. Doch selbst dort, wo alles nur noch lacht, ist dieser Schleier. Ich suche mich immer noch, nein, ich sehne mich immer noch nach einem Glück zurück, dass ich erleben durfte, und dessen Größe ich zu spät erkannt habe. Nun ist kein Dialog, kein Gemälde, kein Lied, kein Gedicht, keine Landschaft und kein Moment wirklich so groß, dass er mich erfüllt, bewegt, es ist immer etwas weniger. Sehnsucht, Trauer, sie liegen wie ein Nebel überall. Ich muss selbst diesen Schleier lüften, mich hin zu mir bewegen.
Augenblicke
Das Leuchten unserer Augen,
dieser Ausdruck von Glück,
ließ die Menschen,
denen wir begegneten,
lächeln.
Die Dunkelheit meiner Augen,
dieser Ausdruck von Unglück,
lässt er die Menschen,
denen ich begegne,
weinen?
dieser Ausdruck von Glück,
ließ die Menschen,
denen wir begegneten,
lächeln.
Die Dunkelheit meiner Augen,
dieser Ausdruck von Unglück,
lässt er die Menschen,
denen ich begegne,
weinen?
Donnerstag, 26. August 2010
Die Einladung
Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen, um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leides berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob Du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen ob Du mit dem Schmerz - meinem und Deinem - dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen ob Du mit Freude - meiner und Deiner - dasitzen kannst, ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein. Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du die Schönheit sehen kannst, auch, wenn es nicht jeden Tag schön ist.
Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - meinem und Deinem - leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: "Ja!"
Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo Du lebst und wie viel Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist. Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir zusammen bist.
(Oriah Mountain Dreamer, kanadische Schrifstellerin)
Fragen
Ob wir uns wiedersehen,
hast du oft gefragt
und zweifelnd verneint.
Wenn wir uns wiedersehen,
habe ich mich oft gefragt,
wirst du mich anders sehen?
Falls wir uns wiedersehen,
wie wird es sein
mit dir und mir und ihm?
Wenn wir uns nicht wiedersehen
haben wir für immer versagt
und die Liebe verneint.
Falls wir uns nicht wiedersehen
wird nichts mehr liebenswert sein,
für dich, für mich, für ihn.
Seien wir ehrlich,
alles ohne uns
ist ohne
dich und mich.
suche
es fällt mir schwer mich
ohne dich zu finden,
und je mehr ich mich suche,
desto mehr fehlst du.
ich bin ein denker ohne resonanz,
ein wanderer auf einem bein,
ich bin ein sänger ohne harmonie,
ein dichter ohne worte,
ein lebender ohne leben,
ein liebender, mit dir,
und doch ohne dich.
ohne dich zu finden,
und je mehr ich mich suche,
desto mehr fehlst du.
ich bin ein denker ohne resonanz,
ein wanderer auf einem bein,
ich bin ein sänger ohne harmonie,
ein dichter ohne worte,
ein lebender ohne leben,
ein liebender, mit dir,
und doch ohne dich.
Verlorene Zeit
Der fehlende Blick in deine Augen
macht die Seele hart,
den Blick oberflächlicher,
die fehlenden Worte und Gedanken
machen mich leise und stumm.
Das Wissen um deine Liebe
lässt mein Herz noch schlagen,
doch ohne Takt.
Die Sehnsucht in mir weiß
von unserer Liebe,
von einiger Seele,
von tiefen Blicken,
vom Reden und Denken,
vom Gleichklang und Takt,
und sie zählt jede Sekunde
ohne dich als verlorene Zeit.
Dienstag, 24. August 2010
zum tod von christoph schlingensief
dein tod traf tief,
schlingensief,
aus seiner schlinge
gab es doch kein entrinnen.
deine schlingen fingen oft,
die allzu standfesten,
und manch strauchelnder rief
im fallen deinen tod herbei.
du hast produziert, verziert,
provoziert, verunziert,
sichere verunsichert
und unsichere versichert.
dein tod trifft tief,
herr schlingensief,
und ich wünsch dir neuss,
zadek und beuys.
vielleicht stoßt ihr nun
die allzu standfesten
engel oder teufel
in eure schlingen.
der tod dich rief,
die lücke tief,
herr schlingensief.
schlingensief,
aus seiner schlinge
gab es doch kein entrinnen.
deine schlingen fingen oft,
die allzu standfesten,
und manch strauchelnder rief
im fallen deinen tod herbei.
du hast produziert, verziert,
provoziert, verunziert,
sichere verunsichert
und unsichere versichert.
dein tod trifft tief,
herr schlingensief,
und ich wünsch dir neuss,
zadek und beuys.
vielleicht stoßt ihr nun
die allzu standfesten
engel oder teufel
in eure schlingen.
der tod dich rief,
die lücke tief,
herr schlingensief.
Calla...meine Lieblingsblumen
![]() |
| Calla, alle Rechte Mirjam Voigt, Schwerinhttp://www.mirjam-voigt.de/ |
in meinen gedanken
in meinen gedanken sind wir
die ganz große liebe,
jedes wort von dir gibt mir
diese gewissheit.
in der realität ist die gewissheit,
dass die ganz große liebe
und jedes wort von dir
nicht mir gewiss sind.
die ganz große liebe,
jedes wort von dir gibt mir
diese gewissheit.
in der realität ist die gewissheit,
dass die ganz große liebe
und jedes wort von dir
nicht mir gewiss sind.
liebe worte
ich lese deine worte
und meine seele zittert.
jedes wort nehme ich auf
und es ist,
als ob du meine gedanken
aussprichst,
und das wissen um dich,
dass du mir aus und in
die seele sprichst,
macht mich froh.
auch leise trauer
durchdringt mich,
weil deine worte so gut
zu mir passen würden,
und ich wünsche mir dann,
es wären deine worte
für mich.
und meine seele zittert.
jedes wort nehme ich auf
und es ist,
als ob du meine gedanken
aussprichst,
und das wissen um dich,
dass du mir aus und in
die seele sprichst,
macht mich froh.
auch leise trauer
durchdringt mich,
weil deine worte so gut
zu mir passen würden,
und ich wünsche mir dann,
es wären deine worte
für mich.
Freitag, 20. August 2010
hoffentlich
hoffenlich vermisst du nichts
von mir in ihm,
und hoffentlich entdeckst du
nichts von mir in ihm,
und hoffentlich vergesse ich
nichts von dir
in mir.
von mir in ihm,
und hoffentlich entdeckst du
nichts von mir in ihm,
und hoffentlich vergesse ich
nichts von dir
in mir.
Donnerstag, 19. August 2010
Zuhause
Ich sehe dich dich nicht mehr
von Angesicht zu Angesicht,
ich höre dich nicht mehr
Mund an Ohr.
Und doch sehe ich dich deutlich
mehr und mehr,
und ganz nah höre ich dich
im Innenohr.
Und immer mehr liebe ich dich
in meinem Selbst,
und in meinem Haus
sind unsere Seelen eins.
Einladung
Es gibt Zeiten,
in denen ich mich auflöse,
in denen ich mich aufräume
und am Ende ausräume,
weil der Platz nicht ausreicht
für all das Du in mir.
Ein Schloss will ich dir sein,
die Welt will ich dir sein,
komm rein, zu mir,
und bleib hier.
Nähe
die warme hand, die aufhalf,
als ich mutlos am boden lag,
das an mich schmiegen zum wärmen,
der atemhauch zum luftholen,
ein tritt zum aufstehen, der notwendig war,
kein „ich denk an dich“,
sondern ein stehen und liegen lassen.
nun steht sie an meiner seite
immer noch steh ich kraftlos und fröstelnd
und meine gedanken sehnen sich zurück
zu dem moment des beinahe sterbens,
und diesmal bist du es,
die mir nähe und wärme gibt.
Dienstag, 17. August 2010
dein liebesbrief
jetzt sitze ich hier und die tränen
rinnen mir übers gesicht,
die worte deines liebesbriefes
brechen alle planken
des maroden rumpfes
meines seelenschiffes
und das wasser der einsamkeit
strömt durch die leeren laderäume,
und die wogen der sehnsucht schlagen
den rumpf in stücke,
die segel hängen in fetzen,
und doch habe ich keine angst,
weil ich weiß, dass ich auch
schwimmend und treibend zu dir
kommen werde,
denn meine liebe ist
mein schiff, das mich ganz und gar trägt,
zu dir nur, zu dir.
rinnen mir übers gesicht,
die worte deines liebesbriefes
brechen alle planken
des maroden rumpfes
meines seelenschiffes
und das wasser der einsamkeit
strömt durch die leeren laderäume,
und die wogen der sehnsucht schlagen
den rumpf in stücke,
die segel hängen in fetzen,
und doch habe ich keine angst,
weil ich weiß, dass ich auch
schwimmend und treibend zu dir
kommen werde,
denn meine liebe ist
mein schiff, das mich ganz und gar trägt,
zu dir nur, zu dir.
Heavy Metal Pet
Auch Metalheads haben Haustiere, stilgerecht und gerüstet ziehen sie mit ihren Lieblingen über das Festivalgelände von Wacken, ein wenig Zuneigung in der harten Welt suchend.
Das Wacken Open Air 2010 war hervorragend, das Lineup war bunt gemischt, von 70er Oldschool bis zu aktuellem Hardcoremetal war alles vertreten. Für richtig gute Laune sorgten auf der viel zu kleinen WetStage die Punkbands, allen voran die Kassierer und die Broilers, frech und unangezogen ließen sie die Menge toben. Die Stimmung auf dem Festival war friedlich und ausgelassen. Die Karten für das Jahr 2011 sind bestellt, ich freu mich auf all die Verrückten. Bestellungen für unseren Friesenmet nehmen wir vom Rockstaat Ostfriesland gern entgegen.
Labels: Gedichte
Betrachtungen,
Fotografie
Kraftlos
![]() |
| Zertörte Innenstadt, Emden, September 1944 |
kraftlos
mit zerschmetterter seele
und blutendem herzen
liege ich vor dir.
ich habe keine kraft mehr
mich in deine arme zu legen
und ich glaube, in deinem
angesicht zu sterben.
der schmerz, das herz,
das fehlen der seelen,
und keine kraft,
die es schafft.
kein weg,
bei dir ruhe zu finden.
Venedig
Jetzt bist du in Venedig,
und ich sehe dich
durch abgelegene Gassen gehen,
staunend vor der Architektur
und dem Geist der Stadt.
Ich sehe dich auf Brücken stehen,
und der langsame Fluss der Lagune
lässt dich traurig werden.
Liebespaare schlendern Arm in Arm,
oder sie fahren eng umschlungen in Gondeln.
Vielleicht versuchst du ein kleines Lokal zu finden,
in dem es Tomaten, Zuccini und Brot gibt,
weil die Köchin krank geworden ist.
Sicher gibt es jetzt irgendwo Weinranken mit reifen Trauben,
doch du stehst vor den reifen Früchten
und isst stumm deine Rosinen.
Ich sehe dich und deine Augen,
in deren Strahlen sich die Stadt spiegeln sollte,
doch alles ist grau und leer,
es fehlt die Farbe, es fehlt die Stimmung,
die Stadt wirkt, als habe man ihr alle Farben entzogen.
Vielleicht ist das Bild nur ein Abbild meiner Seele,
doch deiner Stimme am Telefon fehlten alle Farben,
die ich an dir kannte und liebte.
Wir lieben beide Malerei und Kunst,
wir lieben beide Literatur und Musik,
und wir wissen beide,
dass uns seit langem die Farben fehlen,
die uns staunen ließen, die uns ehrfürchtig machten,
die uns zusammen erfreuten.
Venedig, eine graue Stadt, ich möchte sie
noch einmal in den alten Farben erleben,
in den Farben unserer Liebe.
Ich fühle mich wie nach dem Besuch
der Grauen Männer,
und ich sehne mich nach Dir,
meinen Farben, meiner Stimme,
meiner Liebe.
Montag, 16. August 2010
Veränderung
Langsam schälen sich die Häute,
wie bei einer Zwiebel,
und immer neue Farbe und Formen
kommen zum Vorschein.
Geliebt habe ich dich schon vor der Häutung,
nun muss ich mich täglich neu an dich gewöhnen.
Zeit für Dich
Wenn die Liebe
die Farben auflöst
zu Farblosigkeit,
Gefühle erdrückt
zu Freudlosigkeit
und Pläne zerstößt
zu Planlosigkeit,
ist es höchste Zeit
für dich.
Der See
Ich habe mein Herz vor langer Zeit
in einen See geworfen.
Es schlägt dort
laut und deutlich,
und sein Pochen
verursacht Schwingungen,
die wiederum kleine Wellen
auf der Oberfläche bilden,
in denen sich das Sonnenlicht bricht,
und auf den Wellen tanzen
feine Nebelschwaden Richtung Ufer,
an denen Kinder ihre Steine
auf den Wellen hüpfen lassen,
und Liebespaare träumen
an einsamem Ufer von der Liebe,
sie wünschen sich seine Ewigkeit,
seine Tiefe, seine Vielfalt,
seine Geheimnisse, sein Wissen, seine Kraft,
und doch ahnen sie,
dass er unerreichbar ist...
denn der See ist die Liebe,
und die Wellen sind die Küsse,
die vom Herzen kommen,
und die Tiefe ist der ewige Weg,
den ich mit meiner Liebe
für dich gehen werde.
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