Gedichte, Gedanken, Betrachtungen und Meinungen über das Leben und die Liebe, für Menschen, die ihre Wünsche vom Geburtstagskuchenkerzenausblasen noch im Herzen tragen.
Mittwoch, 15. September 2010
Freunde
Nun, meine Freunde, seid ihr fort, zurück auf der Insel, die euch keine Heimat mehr ist, der Duft des Kaffees am Morgen und der Rauch der letzten Zigaretten hängt noch in der Luft. Viele Jahre begleitet ihr mich schon, und wirklich in guten und schlechten Tagen. Mein neues Heim habt ihr als euer Heim gesehen, ihr habt gespürt, dass es ganz ich bin, dass es zu mir passt. Und weil ich so passend dort zuhause bin, fühlt auch ihr euch wohl, ja, ihr sagtet, ihr würdet gern sofort dort einziehen. Es sind manchmal lange Zeiträume, in denen wir uns nicht sehen, aber es gibt niemals Distanz, kein Entfremden mit euch. Ich empfinde tiefe Freundschaft und ich bin immer erneut erstaunt, wie vielfältig unser Zusammensein ist, immer wieder neu, immer wieder spannend und immer wieder vertraut. Bei euch kann ich sein, wie ich bin, ich spiele kein Schauspiel. Ich darf traurig sein, ohne dass es euch unangenehm wird, ich darf voller Pläne euphorisch sein und ihr rückt sie zurecht, bis sie passend und wahr werden. Ich liebe es mit euch uralte, rare Musik zu hören, so wie gestern, als wir Albert Collins und Poppa Chubby ausgruben. Und ich mag es, wenn wir im strömenden Regen einen Windfang auf meinen Schornstein montieren, während der Wind an der Leiter zerrt. Ich danke euch, ihr tut mir gut, und ich freu mich auf ein Wiedersehen und viel Zeit mit euch.
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