Windstärke 8

Windstärke 8
an meinem Lieblingsort...

Donnerstag, 25. November 2010

Abriss


Ich habe unser Haus zum Abriss 
bestimmt und ausgeräumt.
Noch hallen Worte durch leere Räume,
zeitlich versetzt, wirr durcheinander,
fügen sie sich zu Gesprächen zusammen,
denen ich stumm zuhöre.

Die leeren Räume lassen mich frieren
und kalter Winter umgibt mich.
Fremde und Freunde schauen vorbei
und ziehen frierend weiter,
weil nichts mehr wärmt,
während wir im beißenden Rauch
des ausgepissten Feuers stehen.

Freitag, 19. November 2010

Symbiose


Rosarote Brillen, 
alles bunt um uns,
Unentdecktes sehen,
und Unerhörtes hören
und Ungestümes fühlen,
mehr lebend,
blind vor Liebe,
wir,
blind,
ohne dich, 
bin ich.

Lösch das Licht

Durch dich lerne ich,
dass nicht nur 
ein leiser Lufthauch
ein Licht löschen kann,
sondern dein Schweigen
auch das Licht meiner Augen.

Mittwoch, 17. November 2010

Out of the Rolling Ocean the Crowd, by Walt Whitman (1819-1892)


Out of the rolling ocean the crowd came a drop gently to me,
whispering I love you, before long I die,
I have travel'd a long way merely to look on you to touch you,
for I could not die till I once look'd on you,
for I fear'd I might afterward lose you.

 
Now we have met, we have look'd, we are safe,
return in peace to the ocean my love,
I too am part of that ocean my love, we are not so much separated,
behold the great rondure, the cohesion of all, how perfect!
but as for me, for you, the irresistible sea is to separate us,
as for an hour carrying us diverse, yet cannot carry us diverse forever;
be not impatient--a little space--know you I salute the air, the
ocean and the land,
every day at sundown for your dear sake my love.

Donnerstag, 11. November 2010

Dein Heim

Leise, wie ein säuselnder Wind,
hast du dich hinein geschlichen,
kamst mir schnell auf die Schliche.

Laut, wie der brüllende Sturm,
ist vieles in mir gewichen,
es hat nicht mir geglichen.

Ewig, wie das Rauschen des Meeres,
findest du in mir ein Heim,
durch dich wieder mein.
 

Begegnung

Als ich dem Menschen begegnete,
mit dem selbst das Schweigen wohl tat,
verstummte ich vor Glück.

Freitag, 5. November 2010

Nach langer Fahrt



Nach langer Fahrt nie angekommen,
das Gleis hinter mir aufgenommen,
um weiter nur zu fahren.

So lang gegen den Strom geschwommen,
vom Gegenwind umfangen,
um zu dir zu gelangen.

In dieser Zeit nun abgetrieben,
vom Strom erdrückt,
vom Wind verrückt,
den Status Quo empfangen.

Nach langer Fahrt nie angekommen,
das liebe Wort ganz fortgenommen,
im Gleis geirrt.

Den Stillstand final angenommen,
die Liebe stumm zerrieben,
nun suche ich im Nirgenwo
endlich mich.